Vortrag: Physik und Entstehung der Welt

MehrWegGottesdienst

Thema

Und Gott sah, dass der Knall gut war

Datum

27.02.2011

Baustein

Um es gleich vorweg zu sagen, liebe Zuhörer:

Um die Entstehung der Welt zu beschreiben, braucht man keinen Gott. 

Nicht erst seit Galileo Galilei ist es der Ehrgeiz der Physiker, nicht nur schöne Bilder zu malen, sondern die Natur auch exakt zu beschreiben.   Seit Jahrtausenden z.B. hatten Astronomen verschiedenster Kulturen 
Sonne und Mond,  Planeten und Sterne beobachtet. Sie schrieben ihre Daten über Generationen genau auf und entdeckten immer mehr Gesetzmäßigkeiten. 

Auf einmal konnten sie den Lauf des Mondes, Sonnenfinsternisse, auffallende Planetenkonstellationen voraus berechnen. Was früher als eine Laune von Göttern erlebt worden war, jetzt war es einfach ein gesetzmäßig ablaufendes Geschehen: Verstanden, berchenbar, gar nicht mehr unheimlich.

Heute ist die Menge der gesammelten Daten selbst ungeheurlich. Mit der Sprache der Mathematik bekommt man in diese Datenmenge System. Und das hat Auswirkungen.

Galileo Galilei nutzte das Fernrohr, um die Planetenbahnen zu untersuchen. Bei der mathematischen Beschreibung wurde es für ihn offensichtlich: Die Erde bewegt sich um die Sonne, nicht umgekehrt.

100 Jahre später entdeckte Isaac Newton, wie die Schwerkraft funktioniert. Er formulierte die Axiome der Mechanik und Himmelsmechanik und entwickelte dabei noch ganz nebenbei die mathematische Differentialrechnung. 

Anfang des 20. Jahrhunderts wendete Albert Einstein die Differentialgeometrie von Carl Friedrich Gauß und Riemann auf die 4-dimensionale Raumzeit an und stellte seine berühmten Relativitätstheorien auf. 
Galilei, Newton, Einstein: Das sind nur besonders bekannte Schritte eines sich immer weiter vergrößernden Wissens über unsere Welt.

Einstein selber entdeckte, dass seine Feldgleichungen zu einer erstaunlichen Lösung führen: Der – nur scheinbar – unendliche Raum verändert seine Größe. Er wächst. 

Und auf einmal fielen wieder eine ganze Menge Puzzle-Steine zu einem Bild zusammen: Theorie und viele astronomische Beobachtungen: Das Universum wächst und wächst.

Und wenn man in der Zeit zurückgeht, dann muss das gesamte Universum vor 13,7 Mrd Jahren winzig klein gewesen sein – quasi NICHTS! 

Da ist er: der Urknall. 

Man kann heute sehr genau beschreiben, was damals vor sich ging … Wenn's sicher auch keine einfache Kost ist ...